Mike Schilli Angelika Schilli
Zwei Deutsche in San Francisco
und ihre Sicht der Welt.

  Rundbrief Nummer 59  
San Francisco, den 15.02.2006

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Do-not-call-List

Abbildung [1]: Der kleine Caller-ID-Kasten, der die Telefonnummer des Anrufers anzeigt.
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In den USA ist es ja erlaubt, dass Firmen zuhause anrufen, um einem irgendwelchen Quatsch zu verkaufen. Das klingt zwar zunächst ganz lustig, ist aber auf die Dauer nervenaufreibend. Klar, wir haben natürlich daheim die so genannte "Caller-ID" (kostet unverschämte 6 Dollar im Monat), damit die Telefongesellschaft die Nummer des Anrufers durchschleust. Klingelt das Telefon, kann ich auf einem Display ablesen, was die Nummer des Anrufers ist. Und unser Anrufbeantworter spricht die Nummer sogar, während es klingelt, sodass wir gar nicht erst vom Sofa aufstehen müssen, wenn wieder ein Werbefritze anruft.

Falls man übrigens rangeht, wenn ein Werbeanruf kommt, hört man typischerweise 5 Sekunden lang überhaupt nichts. Man bellt "Hello? Hello??" ins Telefon, bis der automatische Wähler der Werbebombardierer zum nächsten Werbefritzen durchstellt. Die fragen dann meistens "How are you doing today?" und dann legt man meistens schon entnervt auf. Einer meiner Kollegen betreibt die folgende Strategie: Ruft ein Werbedepp an, sagt er "Einen Moment bitte" er hätte nämlich gerade etwas auf dem Herd stehen. Nach 60 Sekunden meldet er sich wieder und sagt, es dauere noch etwas länger. So muss der Werbedepp in der Leitung bleiben und warten, ohne dass er andere Leute belästigen kann. Gut gedacht, aber es geht auch einfacher.

Denn es gibt die Do-Not-Call-List. Wessen Telefonnummer auf dieser USA-weiten Liste steht, den dürfen die Werbedeppen nicht anrufen. Falls sie es doch tun, drohen ihnen so hohe Strafen, dass sie es tatsächlich bleiben lassen. Ich war zunächst etwas skeptisch, aber ich muss sagen, dass wir kaum noch Werbeanrufe bekommen, seit unsere Nummer auf dieser Liste steht. Ausnahme sind Firmen, mit denen man bereits Verträge hat (zum Beispiel die Telefongesellschaft) oder Non-Profit-Gesellschaften, die Spenden eintreiben wollen. Die eigene Telefonnummer auf die Liste zu setzen, dauert etwa 30 Sekunden. Man geht einfach zu www.donotcall.gov, trägt die Nummer ein, und fertig ist der Lack. Nach etwa zwei Wochen kommt fast kein Werbeanruf mehr an. Falls doch, sage ich meist "You realize that what you're doing is illegal?" und dann sind die meisten Werbedeppen geschockt.

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Letzte Änderung: 12-Nov-2009