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  Rundbrief Nummer 49  
San Francisco, den 01.03.2004


Abbildung [1]: Die "Mythbusters"

Unsere Fernsehkasten-Hilfe Tivo (Rundbrief 05/2001) hat mal wieder heimlich in den Kanälen herumgestöbert und eine Sendung entdeckt, die mir gefällt: Die Sendung "Mythbusters" (Mythen-Zerstörer) auf dem Discovery-Channel.

Es gibt ja diese urbanen Legenden: Sensationelle Gerüchte, meist frei erfunden, die sich aber hartnäckig in den Köpfen der Leute festsetzen und die irgendwann jeder blind glaubt. Zum Beispiel, dass ein vom Empire State Building heruntergeworfener Penny (1-Cent) jemanden, der unten auf der Straße steht, schwer verletzen kann. Oder dass ein Handy, wenn es beim Tanken klingelt, eine Tankstellenexplosion auslösen kann. Oder dass ein Mikrowellenherd explodiert, wenn man etwas Metallisches reinlegt. Oder dass ein über Nacht in Cola eingelegtes Fleischstückchen sich auflöst. Oder dass der Drogentest positiv ausfällt, wenn man Mohnkuchen gegessen hat.

Abbildung [2]: Jamie Hyneman feuert einen Penny mit 100 Stundenkilometern auf einen Plastikschädel

Solchen Gerüchten durch knallharte Laborexperimente auf den Grund zu gehen, und dabei möglichst viele Utensilien medienwirksam in die Luft zu sprengen, das ist das erklärte Ziel der beiden "Mythbusters"-Moderatoren Adam Savage und Jamie Hyneman. Der Ablauf der Sendung ist immer derselbe: Die beiden Moderatoren stöbern eine "Urban Legend" auf und ziehen sich dann in ihre mit allerlei Höllenmaschinen ausgestattete Bastelwerkstatt zurück, um das Problem zu simulieren. Im Falle des vom Empire-State-Buildings fliegenden Cent-Stücks ermittelten sie einfach experimentell die Endgeschwindigkeit eines fallenden Pfennigs und bastelten dann aus einem industriellen Tacker-Automaten eine Spezialkanone, die Pfennige genauso schnell auf einen mit Gel umschlossenen Totenschädel schießt. Das Ergebnis: Alles Bogus. Höchstens eine leichte Schramme könnte man abkriegen.

Abbildung [3]: Adam Savage zerbricht eine CD in der Hand

Oder ein Löffel in der Mikrowelle: Der wird höchstens heiß. Eine zu einem Bällchen zusammengeknüllte Alufolie sprüht allerdings böse Funken.

Oder der Fall mit der Tankstelle: Selbst wenn ein Handy in einem mit Benzindampf vollgepumpten Glaskasten klingelt, explodiert nichts. Auch ein dort agierender Roboterarm, der mit einem Synthetikstoff statische Elektrizität erzeugte, konnte nichts ausrichten. Erst ein künstlich mittels Hochspannung erzeugter elektrischer Funke vermochte die ersehnte Explosion einzuleiten und den Versuchsaufbau zum Vergnügen der beiden Moderatoren in die Luft zu jagen.

Und da die Sendung aus San Francisco kommt, darf natürlich eines nicht fehlen: Die Flucht von der Gefängnisinsel Alcatraz in der Mitte der Bay aufs Festland. In einer Mythbusters-Episode leimten sich die beiden Forscher ein dreieckiges Floß aus Gummiregenmänteln mit Gefängniskleber zusammen -- genau wie die drei berühmt-berüchtigten Sträflinge, die 1962 flohen, aber nie gefunden wurden, und um die sich seit dem unzählige Legenden ranken. Ich hätte das nie geglaubt, so stürmisch und kalt wie das Baywasser ist: Aber die zwei Moderatoren und ein Freiwilliger schafften es tatsächlich, ihr Floß mitten in der Nacht mit aus Brettern zusammengenagelten Rudern ans Nordende der Golden Gate Bridge zu manövrieren und an Land zu gelangen. Myth busted!

Abbildung [4]: Die Mythbusters fliehen in der Nacht auf einem Floß aus Regenmänteln von Alcatraz aufs Festland

Ich hätte hingegen gerne einen anderen Mythos geklärt: Auf langen freiliegenden Überlandstraßen, an denen die Polizei beim besten Willen keinen Wagen zur Radarmessung abstellen könnte, den man nicht schon fünf Kilometer weit sähe, findet man manchmal Schilder, die vor "Radar Patrol by Aircraft" warnen. Flugzeuge, die die Geschwindigkeit von Autos messen? Das ist doch ein Ammenmärchen! Wie soll das funktionieren? Außerdem wär's viel zu teuer. Hoffentlich entlarven die Mythbusters diesen Schmarr'n auch bald!

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