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Zwei Deutsche in San Francisco und ihre Sicht der Welt. |
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Curb Your EnthusiasmMittlerweile haben wir jede der bestimmt hundert Seinfeld-Episoden bestimmt vier- oder fünfmal gesehen. Ich kenne fast jeden Dialog auswendig. Ich denke in Seinfeld-Handlungssträngen. Ich ertappe mich häufig dabei, dass ich, wenn ich eine lustige Geschichte auf Englisch erzähle, die Satzstrukturen und das Timing von Seinfeld-Episoden nutze. Was ist an Seinfeld so besonders? Warum ist es um Dimensionen witziger als alles andere? Als, sagen wir, "Cheers" oder "Married with Children"? So viel witziger, dass es nicht nur in einer ganz anderen Liga, sondern in einem ganz anderen Humor-Universum spielt?
Seit es auf dem Premiere-Sender HBO die Show "Curb Your Enthusiasm" von und mit Seinfeld-Schreiber Larry David gibt, weiß ich es: Der Unterschied heißt Larry David. Das ist der Kerl, der die ganzen Seinfeld-Skripts geschrieben hat, der diese absurden Witze über eigentlich tabuisierte Dinge reißt, der die Akteure mit Vollgas in diese grotesken Situationen hineinrauschen lässt. Die Sendung "Seinfeld" zieht zwar einige komische Energie aus ihren Akteuren: Jerry Seinfeld ist recht witzig, Jason Alexander und Julia Dreyfus verkörpern "George" und "Elaine" hervorragend, und Michael Richards ("Kramer") könnte auch in einer skriptlosen Komödie überzeugen, weil er einfach Weltklasse-Slapstik spielt -- aber all das haben andere Shows auch. Das Skript von Larry David macht den Unterschied. Das wurde mir offenbar, als ich "Curb Your Enthusiasm" vor etwa einem Jahr das erste Mal sah: In dieser unpolierten, ja richtig anarchischen Sendung, die überhaupt keinen Wert auf schauspielerisches Können legt (Larry David spielt sich selbst, der Rest der Truppe sind drittklassige Akteure), durchläuft die Mannschaft typische Seinfeld-Alltags-Odysseen, nur noch viel haarsträubender. Da wird Larry David von einem Hausbesitzer angepöbelt, weil er im Vorbeigehen ein Papierl in dessen Mülltonne wirft. Oder eine Bekannte regt sich auf, weil Larry sich bei ihrem Mann für's Bezahlen des Abendessens bedankt aber nicht bei ihr, weil sie kein Geld verdient! Oder dass Larry von einer farbigen Freundin angemacht wird, nur weil er seinen schwarzen Fernsehmechaniker feuert! Und es werden Parallelen zu Seinfeld klar: Der glatzköpfige Larry David, der sehr unter seiner Haarlosigkeit leidet, steckt klar hinter der Figur "George" im Seinfeld. Übrigens erinnert die Titelmusik "Diddeldi-didaddeldadi-dididdeldedi-Wui-Bah!" stark an die von mir sehr geliebte Müncher Serie "Monaco Franze". Zufall? |
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Letzte Änderung: 06-Jul-2008 |