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Zwei Deutsche in San Francisco und ihre Sicht der Welt. |
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Neu im Fernsehkasten: The ShieldEigentlich hätte ich ja gedacht, es gäbe in meinem Leben keine interessanten Krimiserien mehr. Über "Law and Order" oder "NYPD Blue" kann ich nur lachen, das ist typischer Amiquatsch, der einen alten Hund wie mich nicht mehr hinterm Ofen hervorholt. Wenn Angelika die ansieht, höre ich meist mit Kopfhörer Musik.
Doch neulich machte mich ein Kollege bei AOL auf "The Shield" aufmerksam. Ich sagte es dem TiVo, der's mir aufzeichnete und, was soll ich sagen, ich war so elektrisiert und geschockt, dass ich die Sendung ohne Unterbrechung von Anfang bis Ende verschlang. Die Sendung ist der Wahnsinn, brutal und unberechenbar. Sie spielt in einem Polizeirevier in Los Angeles, dessen Chef Aceveda ein Latino ist, der sich hochgearbeitet hat, sich als Politiker etablieren will und nach außen eine super-weiße Weste trägt. Hinter den Kulissen geht's allerdings zur Sache: Die "Strike-Force", bestehend aus dem glatzköpfigen Schläger Vic Mackey, dem unscheinbaren Gang-Klopfer Curtis Lemansky und dem wahnsinnig-depperten Südstaatler Shane Vendrell löst zwar hartnäckige Fälle, aber meist mit illegalen Methoden: Da werden schon mal Vernommene zusammengeschlagen, beschlagnahmtes Kokain gemopst oder üblen Gangtypen, die man legal nicht drankriegen kann, eine gerade abgeschossene Waffe untergejubelt. Außerdem werden natürlich Rassenkonflikte voll ausgelebt und Minderheiten fertiggemacht, wie auf jedem Polizeirevier der Welt. Das in den USA zu thematisieren ist unerhört!
Das faszinierende an der Sendung ist aber, dass die Sympathie des Zuschauers bei den Schlägern hängt, da bei diesen unter der rauhen Schale ein weiches Herz schlägt: Sie nehmen schon mal das Baby einer drogensüchtigen Prostituierten für eine Nacht auf oder lassen Beweisstücke verschwinden, die jemanden belasten, der eigentlich unschuldig ist. Der Polizeichef dreht natürlich jedesmal durch, wenn er von derartigen Aktionen erfährt und will die Chaostruppe entfernen, aber irgendwie schafft es der mit allen Wassern gewaschene Vic immer wieder, Dienstaufsichtsbeschwerden abzuwenden oder Untersuchungskommissionen an der Nase herumzuführen, weil er seine Augen und Ohren überall hat und mit der Unterwelt auf du und du steht.
Außerdem spielen noch weitere liebevoll entwickelte Charaktere mit, wie der als Weichling und Schreibtischhengst verachtete Detektiv Wagenbach, der allgemein "Dutch" genannt, aber auch schon mal wegen seines Namens als "Nazi" beschimpft wird. Oder der Schwarze Julien Lowe, der ein "ehrlicher" Polizist sein will, aber seine Homosexualität verheimlicht und deswegen von Vic gemein erpresst und daran gehindert wird, gegen die Schlägertruppe auszusagen. |
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Letzte Änderung: 06-Jul-2008 |