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  Rundbrief Nummer 125  
San Francisco, den 01.05.2018


Abbildung [1]: Schöne Aussicht auf die Stadt vom Stadteil Liberty Hill.

Michael San Francisco als Touristenstadt bietet dem auf den ausgetretenen Pfaden kommerzieller Veranstalter wandelnden Besucher ausreichend Futter, so dass fast niemand auf die Idee kommt, die etwas versteckteren Schmankerln zu durchforsten. Neulich waren wir im Stadtteil Castro essen und anschließend so pappsatt, dass wir uns dachten, ein wenig sportliche Betätigung könne nicht schaden und so latschten wir nicht ums Karree sondern quer über den steilen Hügel "Liberty Hill" zurück nach Hause.

Abbildung [2]: Diese Sackgasse endet buchstäblich im Nichts.

Dort kommt man eigentlich sonst nur mit dem Auto hin, denn selbst für's Mountain Bike sind die Straßen zu steil, und wegen des schroffen Terrains endet jede zweite Sackgasse buchstäblich im Nichts, oft mit einem schönen weiten Ausblick auf die Stadt. Verkehr ist dort oben aber so gut wie keiner, da kaum jemand seinem Automobil Straßen mit bis zu 40% Steigung zumuten will, wenn man weiter unten im flachen Bereich zügiger vorwärts kommt.

Abbildung [3]: Die vielen Sackgassen erschweren die Navigation.

Oft liegen zwischen zwei durch eine Steilwand getrennten Straßenteilen öffentliche Betontreppen, die jeder Fußgänger benutzen darf, auch wenn sie oft privat aussehen und kein Mensch weit und breit zu sehen ist. Hier wohnen zurückgezogene Leute, wie zum Beispiel der kauzige Netscape-Dot-Com-Millionär Frederick Roeber, der, vielleicht erinnert ihr euch, nach der Trump-Wahl eine Hakenkreuzfahne an seinem burgartigen Haus gehisst und seine Nachbarn auf den Plan gerufen hatte (Rundbrief 12/2016).

Abbildung [4]: Nicht leicht zu findende Treppen verbinden die durch steile Hänge getrennten Straßen.

Abbildung [5]: Penner bleiben auf halber Strecke stecken und halten den höhergelegenen Stadteil sauber.

Wegen der Höhenlage verirrt sich auch kaum ein Penner in diese Stadtteile, und meines Wissens hat noch keiner sein Zelt auf dem Gehsteig aufgestellt. Deswegen plagen die Penner hauptsächlich die flachen Stadtgebiete San Franciscos, wie die Mission oder South of Market. Allerdings haben Berufsverbrecher herausgefunden, dass sie teilweise unbehelligt des Nachts in die teuren Häuser auf dem Liberty Hill einsteigen können, da die Polizei sich dort kaum zeigt. Auf den Nachbarschaftsforen im Internet liest man oft von nächtlichen Einbrüchen, die gemäß publizierter Überwachungsvideos von herumschleichenden Prius-Fahrern begangen werden.

Abbildung [6]: Manch ein Internetmillionär hat sich hier seinen Traumbunker hingestellt.

Abbildung [7]: Die steilen Straßen wurden schon manchen LKW zum Verhängnis, deswegen warnt das Schild.

Die Häuser variieren stark zwischen "Alter (Geld-)Adel" und "neureicher Internetfritze", und einige alte Hutzelhütten stehen laut Warnschild vor dem Abriss, weichen wohl bald eher neumodischen "iPods", wie ein NIMBY kürzlich die immer öfter von Wohnungsspekulaten hingeschusterten dreistöckigen Wohnhäuser bezeichnete. Die Straßen sind erstaunlich sauber, die Zypressen vor den Häusern sauber getrimmt, hier kümmern sich die Bewohner offensichtlich um ihr Zuhause und halten es im Tipp-Topp-Zustand. Bei manchen Immobilien dürfte es schwierig werden, größere Fahrzeuge wie einen Möbelwagen vorfahren zu lassen, da diese, wie manch ein gelbes Schild warnt, oft an den Übergängen von flach nach steil und umgekehrt hängenbleiben. Und Getränkekisten zu Fuß hochzuschleppen verbietet sich von selbst, aber das macht der Amerikaner sowieso nicht.

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Letzte Änderung: 23-Sep-2018