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  Rundbrief Nummer 123  
San Francisco, den 17.12.2017


Abbildung [1]: Schriftsteller David Sedaris gibt eine Lesung in San Francisco.

Angelika Michael ist ja sehr schwierig zu beschenken, weil er sich stets selber kauft, was er braucht. Es ist schon mehrmals vorgekommen, dass ich etwas für ihn gekauft habe, und er am nächsten Tag strahlend mit demselben Gegenstand heimkam. Ich bin deshalb mittlerweile dazu übergegangen, sogenannte Erlebnisgeschenke zu kreieren. Zum Geburtstag im November gab es also dieses Jahr Karten zu einer Lesung mit David Sedaris.

Die Veranstaltung fand im San Francisco Opernhaus statt, was mich zunächst wunderte, denn das Opernhaus hat fast 3150 Sitzplätze. Würde ein Autor, der humoristische Essays schreibt, so ein großes Haus für eine Lesung füllen? Und, siehe da, das Haus war ausverkauft. David Sedaris habe ich vor vielen Jahren entdeckt, weil eine Kollegin ihn als ihren Lieblingsautor erwähnte. Er schreibt auch öfter kleinere Geschichten für die Wochenzeitschrift "The New Yorker", die ich seit vielen Jahren abonniert habe. Am liebsten höre ich ihn mir aber an.

Er spricht seine Bücher selbst, wenn sie als Hörbuch rauskommen. Er hat eine originelle hohe Stimme und liest die Geschichten aus seinem Leben so lustig vor, dass ich schon oft Tränen beim Hören gelacht habe. Er verarbeitet in seinen Geschichten viel Autobiografisches: Seine Kindheit in Raleigh in South Carolina, wo er mit fünf Geschwistern in einer amerikanisch-griechischen Familie aufwuchs; seine Homosexualität, seinen Drogenkonsum, seine vielen verrückten Jobs, die er ausübte, um sich über Wasser zu halten, als er noch nicht bekannt war. Die Kurzgeschichten über seine Erlebnisse in diversen Flughäfen und Flugzeugen oder beim Zahnarzt in Paris könnte ich mir immer wieder anhören.

Die Abend in der Oper in San Francisco hat uns dann auch super gefallen. Sedaris bestritt die ungefähr 90-minütige Lesung am Stehpult und las unter anderem Auszüge aus seinem neuen Buch "Theft by Finding", das eine Zusammenstellung aus seinen Tagebüchern ist, die er seit 1977 führt. Wir hatten gute Plätze, die ich auf dem Online-Portal StubHub ergattert hatte. Die Karten waren auf den Namen des ursprünglichen Käufers ausgestellt gewesen und per Email zugesandt worden. Vor Ort wurden die Ausdrucke aber anstandslos eingescannt und akzeptiert, obwohl ich schon etwas geschwitzt habe.

Abbildung [2]: Die Ticket-Onlineplattform "Stubhub"

Auf Stubhub (einer Ebay-Company) verhökern Leute, die beim offiziellen Veranstalter Karten gekauft haben, diese im Stil einer Auktion an den Meistbietenden. Der Kartenabschnitt, der dem Zuschauer noch bleibt, nachdem der Kartenabreißer einen Teil entfernt hat, ist ein "Stub", und ein "Hub" ist in diesem Fall die Plattform, auf der die Karten gehandelt werden. Konzertkarten so zu verscherbeln wird in den der USA "Scalping" genannt und ist direkt vor Ort kurz vor Beginn der Veranstaltung offiziell verboten. Trotzdem findet man vor Beginn jedes Konzerts oder Sportveranstaltung immer "Scalper" auf den Zugangswegen aufgeregt mit Karten wedeln und diese illegal an Interessenten verhökern. In 38 von den 50 amerikanischen Bundesstaaten ist das Verkaufen der Karten von privat an privat jedoch erlaubt, falls es nicht am Veranstaltungsort selbst passiert, und diese Lücke füllt Stubhub online. Das Geschäftsmodell ist nicht unumstritten, denn auf diese Weise geraten viele Karte zu erhöhten Preisen in Umlauf, und Geschäftemacher, die Tickets im großen Stil erwerben, machen den Reibach auf Kosten der Konzertbesucher. Im Jahre 2016 verabschiedete die damalige Obama-Regierung deswegen ein Gesetz namens "Better Online Ticket Sales" ("BOTS"), nach dem nur Personen die Karten online kaufen dürfen und es den Betreibern untersagt ist, Maschinen (sogenannte "Bots") einzusetzen.

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Letzte Änderung: 30-Apr-2018