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Rundbrief
  Rundbrief Nummer 118  
San Francisco, den 22.12.2016
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Rundbrief


Abbildung [1]: Kaum eine Nachrichtensendung kommt ohne Neuigkeiten über Donald Trump aus.

Angelika Nach dem Wahlsieg Trumps befinden sich viele in San Francisco und Kalifornien, wo über 60% der Wähler für Hillary Clinton gestimmt haben, nun in einer Art Schockzustand. Am Mittwoch nach der Wahl am 10. November war der Wahlausgang überall Thema. Bei der Arbeit in meinen sozialen Gruppen führte ich einige Elterngespräche und selbst da musste jeder erst eine Bemerkung über die Wahl loswerden, bevor es um die Kinder und deren Fortschritte ging. Sicher seid ihr aus der Tagessschau und deutschen Zeitungen über die Demonstrationen überall in den USA schon bestens informiert, sodass ich mir die Berichterstattung darüber spare und statt dessen auf einige weniger bekannte Ereignisse eingehe.

Als die USA-Landkarte immer röter wurde am Dienstagabend und sich der Sieg Trumps abzeichnete, brach zum Beispiel die Webseite der kanadischen Einwanderungsbehörde zusammen, weil sich zu viele US-Bürger gleichzeitig über die Einwanderungsmöglichkeiten nach Kanada informierten. Nach dem Motto: Auf zum nördlichen Nachbarn und nichts wie raus aus Trumpistan.

Abbildung [2]: Ein Internet-Frührentner hisst die Nazi-Fahne mit Hakenkreuz auf seinem Millionenbunker in unserem Viertel.

Ein paar Straßen von unserer Wohnung entfernt hatte ein Anwohner auf einmal eine Hakenkreuzfahne auf dem Dach seines Hauses gehisst. Der Besitzer, der 48-jährige Frederick Roeber, ist ein Software-Ingenieur im Ruhestand, der in den 90ern bei Firmen wie Netscape und Google mitgemischt und sich dabei eine goldene Nase verdient hat. Er wollte mit der Aktion auf "ironische" Weise gegen Trump protestieren. Allerdings ging das gründlich in die Hose, denn keiner verstand sein Anliegen, und die Motivation, dies durch eine Hakenkreuzfahne auszudrücken. Die Fahne verschwand dann auch schnell wieder, denn er hatte ein Einsehen, nachdem seine Nachbarn, deren Verwandte den Holocaust überlebt hatten, ihn zur Rede stellten. Die Frage, die mich nun quält ist: Wieso hatte der Mann eine Hakenkreuzfahne in seinem Haus gelagert?

Abbildung [3]: In unserem Stadtteil ist Liebe stärker als Hass.

Tim Cook, der CEO von Apple und auch LinkedIn-Chef Jeff Weiner richteten sich an ihre Mitarbeiter am Mittwoch nach der Wahl und appellierten an alle, sich gegenseitig zu respektieren, unabhängig ihrer Hautfarbe, Herkunft, Religion, sexueller Orientierung, und auch unabhängig davon, für wen sie ihre Stimme abgegeben hatten. Ein interessantes Novum, dass Firmenchefs zu solchen Mitteln greifen, eine Wahl zu kommentieren und zur Ruhe zu mahnen.

Dann gab es in Kalifornien gleich Bestrebungen, einen Calexit, in Anlehnung an den "Brexit", vorzubereiten, also Kaliforniens Unabhängigkeit vom Rest der Vereinigten Staaten zu erklären. Der Plan ist, ein unabhängiger Bundesstaat zu werden. Realistisch ist dies natürlich nicht und auch juristisch nicht plausibel, denn dazu müsste nicht nur die kalifornische Verfassung geändert werden, sondern auch eine Zweidrittelmehrheit im amerikanischen Repräsentantenhaus sowie im amerikanischen Senat für den Austritt stimmen. Die kalifornische Verfassung legt fest, dass der Staat Kalifornien sich nicht abspalten darf. Dies gilt übrigens auch in allen anderen Bundesstaaten. Die "Yes California Independence Campaign" gab es allerdings auch schon vor Trumps Wahlsieg, nur hat sie jetzt wieder Auftrieb bekommen. Unabhängigkeitsbestrebungen der Bundesstaaten sind nichts Neues. Texas wagte einen Vorstoß, als Barack Obama zum Präsidenen gewählt wurde, und war damals kläglich gescheitert.

Unabhängigkeitsbetrebungen hin oder her, die Amerikaner, die wir kennen und mit denen wir in San Francisco verkehren, können sich auch nicht erklären, wieso Trump gewonnen hat. In San Francisco bekam Trump nur knapp 10 Prozent der Stimmen. In den amerikanischen Medien kommt nun immer wieder die Meinung hoch, dass die liberalen Hochburgen an der Ost- und Westküste in einer Blase leben und nicht verstehen, wie es in den Leuten im Landesinneren geht. Man könnte natürlich aber auch behaupten, dass die Leute in den republikanischen Hochburgen in ihrer eigenen Blase verweilen. Wie unser ehemaliger Bürgermeister und jetziger "Lieutenant Governor" (Vizegouverneur) Gavin Newsom richtig bemerkte, repräsentiert Kalifornien das Amerika der Zukunft: innovativ mit einer facettenreichen und bunt gemischten Bevölkerung.

Abbildung [4]: In der BART-U-Bahnstation an der 24th Street hat jemand seinen Unbill gegen Trump zum Ausdruck gebracht.

Dass in Kalifornien die Uhren in der Regel ein wenig anders ticken, zeigte sich auch im Ergebnis der ebenfalls zur Abstimmung aufgestellten Referenden. In vielen Bundesstaaten, einschließlich Kalifornien, stimmten die Wähler am 9. November nämlich nicht nur über den Präsidenten ab, sondern wählten auch Senatoren und Richter und konnten sich für oder gegen eine Unmenge sogenannter "Propositions" entscheiden. Das sind entweder Volksbegehren, die durch Unterschriftenaktionen in Kalifornien auf dem Wahlzettel landen, oder das kalifornische Parlament braucht die Zustimmung seiner Bürger für bestimmte Beschlüsse durch eine offizielle Abstimmung. Dabei gibt es Gesetzesinitiativen, die für ganz Kalifornien gelten oder lokal, auf Stadt oder Landkreis begrenzte. Volksbegehren anzuleiern ist in Kalifornien Volkssport.

Abbildung [5]: Kalifornien hat den Gebrauch von Marihuana als Genussmittel legalisiert. Foto: Thomas Hawk

In San Francisco musste der Wähler am 9. November neben dem Präsidenten über 17 bundesstaatliche und 25 regionale Wahlinitiativen abstimmen. Es waren wichtige Themen vertreten, denn bei einer Präsidentschaftswahl kriegt man in der Regel mehr Wähler an die Urnen. So befürworteten die kalifornischen Wähler die Legalisierung von Marihuana. Nicht nur aus medizinischen Gründen darf Cannabis in Kalifornien künftig konsumiert werden sondern auch zum Freizeitvergnügen. Über weitere Details schreibt Michael am Schluss des Rundbriefs. Auch das Plastiktütenverbot bestätigten die Wähler in Kalifornien. Weiter sprachen sie sich für die Verschärfung der kalifornischen Waffengesetze aus: Künftig ist der Besitz von Magazinen, die große Mengen an Patronen fassen, verboten. Wer Munition kaufen will, kann dies nur nach vorheriger Überprüfung ("background check") tun. Die Todesstrafe wählten die Kalifornier allerdings nicht ab, sondern sprachen sich im Gegenteil dafür aus, dass Todesurteile künftig schneller vollstreckt werden, was in er Praxis aber sicherlich schwer umzusetzen ist, denn bei Berufungsverfahren hat nicht allein der Bundesstaat das letzte Wort.

Trump und Obamacare

Abbildung [6]: Demonstranten für Obamacare in Washington DC. Foto: majunznk

Angelika Einer der größten Errungenschaften der Obama-Regierung wird höchstwahrscheinlich die Trump-Präsidentschaft nicht überleben. Um Obamacare oder den "Affordable Care Act", der vielen Millionen Amerikanern eine Krankenkasse ermöglicht, steht es schlecht. Das liegt nicht nur an Trump, sondern hauptsächlich an der Tatsache, dass der Senat und das Repräsentantenhaus jetzt über eine republikanische Mehrheit verfügen. Den Republikanern ist Obamacare, schon seit das Gesetz besteht, ein Dorn im Auge und es hat kontinuierlich Vorstöße gegeben, Obamacare außer Kraft zu setzen. Der Plan ist, Obamacare gleich zu Beginn von Trumps Amtsperiode aufzuheben.

Da aber derzeit etwa 20 Millionen unter Obamacare versichert sind, kann man nicht einfach Obamacare für nichtig erklären, ohne eine Alternative vorzuweisen. Die absurde Idee, die jetzt immer wieder aufkommt, ist, Obamacare zwar zu widerrufen, aber weiter laufen zu lassen, bis ein neues Gesetz verabschiedet wird, was unter Umständen mehrere Jahre dauern kann. Experten befürchten allerdings, dass das System dann zusammen bricht, weil den Krankenkassen die Geschichte zu unsicher wird und sie deshalb keine Pläne unter Obamacare mehr anbieten werden.

Abbildung [7]: Demonstranten gegen Obamacare. Foto: fibonacciblue

Es stimmt, dass Obamacare verbesserungsbedürftig ist. Die Prämien steigen Jahr für Jahr, da sich unter anderem nicht genug junge gesunde Leute versichern und sie lieber die geringe Strafe in Kauf nehmen, die man zahlen muss, wenn man keine Versicherung hat. Eine Krankenkasse für alle bleibt aber eben nur bezahlbar, wenn sich auch junge gesunde Menschen versichern und das Geld nach dem Solidarprinzip umverteilt wird. Die Republikaner und Trump scheinen sich aber nicht einmal darüber einig zu sein, was eine gute Alternative zu Obamacare wäre. Allerdings wissen sie genau, was sie nicht mehr wollen: Das Mandat, dass jeder Amerikaner versichert sein muss. Strafgebühren für Nichtversicherte sollen wieder abgeschafft werden.

Auch Zuschüsse, die es Geringverdienern ermöglichen, Obamacare-Policen zu bezahlen, soll es nicht mehr geben. Auf der anderen Seite hat Trump aber verkündet, dass eine der besten Errungenschaften von Obamacare nicht gekappt wird, nämlich dass Versicherungen keine Patienten mit sogenannten "Preexisting Conditions" mehr ablehnen dürfen. Wer eine Vorerkrankung hat, findet so auch eine Versicherung. Dieser Passus im Gesetz ist nämlich äusserst beliebt bei der Bevölkerung. Aber eigentlich funktioniert das Prinzip, alle zu versichern, egal welche Vorerkrankungen vorliegen, nur, wenn es auch die Verpflichtung für alle gibt, sich zu versichern, damit die Gesunden die Kranken mittragen. Diese Weisheit ist aber scheinbar noch nicht zu allen Politikern in Washington durchgedrungen. Eine Hoffnung bleibt allerdings. Die demokratische Partei wird für Obamacare im Senat kämpfen, und dort haben die Republikaner nur eine sehr knappe Mehrheit. Da es sich bei Obamacare um ein verabschiedetes Gesetz handelt, würde eine einfache Mehrheit nicht ausreichen, um Obamacare vollständig rückgängig zu machen.

Executive Orders

Abbildung [8]: Die erste Executive Order von Abraham Lincoln zur Befreiung der Sklaven. Quelle: Wikipedia

Angelika Obama hat während seiner Amtszeit häufig mittels Durchführungsverordnungen ("Executive Orders") Programmpunkte durchgedrückt, die er ansonsten mangels Mehrheiten nicht per Gesetz durch den Kongress oder Senat bekommen hätte. Dazu gehört das Klimaabkommen von Paris, das Austellen von Arbeitsgenehmigungen für Personen, die als Kinder illegal mit ihren Eltern eingereist sind, oder auch Ölbohrverbote im arktischen Ozean.

Sowohl demokratische als auch republikanische Präsidenten haben sich in den letzten 20 Jahren zunehmend dieser Strategie bedient, die die Verfassung eigentlich nur für dringend zu lösende Probleme vorsieht. Historisch hat schon fast jeder amerikanische Präsident von dieser Keule Gebrauch gemacht, angefangen mit George Washington, der gleich mit acht Executive Orders loslegte, über Abraham Lincoln, der mit der berühmten Order "Emancipation Proclamation" 1863 die Sklaven befreite, bis zu Ronald Reagan (381), George H. W. Bush (291), Bill Clinton (308), George W. Bush (291) und schließlich Obama (261).

Das Problem an der Sache ist nur, dass diese Anordnungen keine bindenden Gesetze sind und sie der nächste Präsident ganz einfach per Unterschrift aufheben kann. Trump hat natürlich schon damit geprahlt, die Executive Orders gleich als erste Amtshandlung anzupacken, und gleich anschließend auch selbst wieder von den Durchführungsverordnungen fleißig Gebrauch zu machen. Da kommt was auf uns zu.

Trump und der Supreme Court

Abbildung [9]: Die Richter des US Supreme Court, Stand 2010. Quelle: Wikipedia

Angelika Dir Frage, die alle quält: was kann, will und wird Donald Trump tatsächlich in die Tat umsetzen von seinen Wahlversprechen? Eins ist gewiss: durch ihn wird der oberste amerikanische Gerichtshof, der Supreme Court, einen noch stärkeren Rechtsruck erleben, denn bei Neubesetzungen unter den insgesamt neun der höchsten Richterposten spielt der Präsident eine wichtige Rolle.

Der "Supreme Court" hat seit dem Tod von Richter Antonin Scalia im Februar 2016 eine offene Stelle und zwei der liberaleren Juristen, nämlich Ruth Bader Ginsburg und Stephen Breyer, sind auch schon in recht fortgeschrittenem Alter. Ginsburg ist 83 und nicht ganz gesund. Breyer ist schon 86 Jahre alt. Und der Richter Kennedy, der mal eine eher liberalere Positionen vertritt und dann doch wieder mit den Konservativen entscheidet, ist auch schon 80. Richter des Supreme Courts können ihre Robe tragen, solange wie sie wollen, es gibt kein festgesetztes Rentenalter. Die meisten scheiden tatsächlich erst aus dem Amt aus, wenn sie das Zeitliche segnen.

Abbildung [10]: Das Siegel des US Supreme Courts. Quelle: Wikipedia

Die Position von Scalia, der, wie gesagt, im Februar verstorben war, sollte eigentlich längst schon wieder besetzt sein. Das schlug fehl, da der Senat ebenfalls an der Nomininierung neuer Richter beteiligt ist, und die meisten republikanischen Abgeordneten sich geweigert hatten, Richter Merrick Garland zu begutachten, den Präsident Obama als Nachfolger von Scalia vorgeschlagen hatte.

Dieses vollkommen undemokratische Verhalten hat der Wähler allerdings am 9. November nicht abgestraft. Trump kann nun einen Kandidaten für Scalia vorschlagen, und da der Senat nach der Wahl eine -- wenn auch knappe -- republikanische Mehrheit vorweist, wird dieser aller Voraussicht nach mehr dem Gegankengut der Republikaner entsprechen. Der Rechtsausschuss des Senats befragt zunächst den vorgeschlagenen Kandidaten und wenn der Ausschuss ihn für amtswürdig erachtet, kommt es zur Abstimmung im ganzen Senat. In der Regel reicht zur Bestätigung eine einfache Mehrheit aus. Ein sogenannter Filibuster, also die politische Strategie im Senat, Abstimmungen durch Dauerreden hinauszuzögern, kann dazu führen, dass eine Supermehrheit erforderlich ist, um zu einem Ergegnis zu kommen. Das wären 60 Stimmen. Welchen Richter Trump auch nominiert, der Kandidat wird früher oder später im Supreme Court landen, verhindern lässt sich das nicht, höchstens verzögern.

Thema Einwanderung

Abbildung [11]: Südamerikanische Einwanderer warten an der Straßenecke auf Gelegenheitsjobs.

Angelika Auf Ausländer, Asylbewerber und Zugewanderte im Wahlkampf zu schimpfen, ist ja eine bekannte Strategie, denn diese Bevölkerungsgruppen eignen sich immer gut als Sündenbock für alles, was schlecht läuft. Trump hat es besonders auf die Leute abgesehen, die illegal in den USA leben und arbeiten, schlappe elf Millionen Menschen. Nun ist es zwar richtig, dass dieses Problem irgendwann einmal vernünftig gelöst werden muss. Bush versuchte sich daran und hätte wahrscheinlich sogar Erfolg gehabt, wäre der 11. September während seiner Amtszeit nicht passiert. Obama konzentrierte sich auf Obamacare und ließ das Thema illegale Einwanderer ein wenig links liegen.

Trump tönte dann im Wahlkampf groß, dass er nicht nur eine Mauer zwischen Mexiko und den USA errichten wird, sondern auch plant, alle elf Millionen illegalen Einwanderer abzuschieben. Schon die Umsetzung der Mauer ist ein fragwürdiges Unterfangen, denn das Ganze ist kostspielig und zeitaufwendig. Wahrscheinlich wird es darauf hinauslaufen, dass der schon jetzt an vielen Stellen der Grenze bestehende Zaun ausgeweitet wird. Elf Millionen Einwanderer ohne Papiere abzuschieben, das ist schon logistisch unmöglich. Es gibt weder genug Leute bei der Einwanderungsbehörde ("Homeland Security"), um die Leute aufzuspüren, noch genug Abschiebecenter. Von den Kosten und den Folgen für die Wirtschaft ganz zu schweigen.

Abbildung [12]: Stundenlöhner warten an der Cesar-Chaves-Street auf Baustellenjobs.

In Kalifornien, wo nach Schätzungen fast ein Viertel der elf Millionen illegalen Einwanderer ohne Papiere leben, und anderen Bundesstaaten mit fast so hohen Zahlen würde dann sicher ganze Wirtschaftszweige zusammenbrechen. Praktisch keine Gaststätte oder Baustelle kommt ohne illegal eingereiste Kräfte aus. Kinder von illegalen Einwanderern, die in den USA geboren wurden, sind übrigens amerikanische Staatsbürger und dürfen nicht mit den Eltern abgeschoben werden. Der Polizeichef von Los Angeles, Charlie Beck, sowie die Bürgermeister von Los Angeles, New York City, Chicago und San Francisco haben sowieso schon angekündigt, dass sie bei einer etwaigen großangelegten Deportationswelle nicht mitmachen würden.

In Städten wie Los Angeles und San Francisco fragen Polizisten nicht nach dem Immigrantenstatus. In Los Angeles gibt es schon seit 1979 eine spezielle Anordnung mit der Nummer 40, die besagt, dass die Polizisten nicht einfach Personen verhaften dürfen, weil sie illegal im Land sind und nur bei bestimmten Straftaten eine Meldung an die Einwanderungsbehörde geht. Das hat vor allen Dingen den Grund, dass die Polizei darauf angewiesen ist, dass auch illegale Einwanderer der Polizei vertrauen und nicht aus Angst vor der Abschiebung beobachtete Verbrechen nicht melden. Los Angeles hat in Kalifornien nach Schätzungen einen der höhsten Bevölkerungsanteile von Einwanderen ohne Papiere, und es gäbe dort sicherlich tumultartig Zustände, wenn Trumps angekündigte Deportationen Wirklichkeit würde. Übrigens ist es falsch, zu glauben, dass unter Obama keine illegalen Einwanderer abgeschoben wurden. Obama schob insgesamt 2.5 Millionen illegal ins Land gelangte ab und konzentrierte sich dabei auf diejenigen, die Straftaten begangen hatten.

Abbildung [13]: Auf ausländische Fachkräfte angewiesen: Google. Foto: nbhattac

Aber nicht nur illegale Einwanderer hat Trump auf dem Kieker. Auch auf bestimmte Arbeitsvisa hat er es abgesehen, wenn sie angeblich amerikanischen Arbeitern die Jobs wegnehmen. Dabei erwähnt Trump immer wieder das sogenannte H1B-Visum für hochqualifizierte ausländische Arbeitskräfte. Das ist übrigens das Visum, das Michael über viele Jahre hatte. Bei dem Visum musste der Arbeitgeber immer schon nachweisen, dass es keinen qualifizierten Amerikaner für den Job gibt und Firmen sind gesetzlich verpflichtet, ortsübliche Gehälter zu zahlen. Das läuft bei Firmen wie Google, Apple, Yahoo, Facebook undsoweiter auch so. Aber es scheint immer einmal wieder schwarze Schafe zu geben, die gerade an Kandidaten aus Ländern mit wesentlich niedrigerem Lohnniveau geringere Gehälter zahlen.

Nun ist es aber so, dass Firmen in Silicon Valley händeringend Leute suchen und ohne das H1B-Visum sähe es für die Softwarbranche noch düsterer aus, es wäre völlig unmöglich auch nur einen Teil der offenen Stellen zu besetzen. Die Anzahl der H1B-Visa, die pro Jahr ausgeben werden, ist zur Zeit sowieso schon auf 85.000 begrenzt, reicht aber nach Arbeitgeberstudien hinten und vorne nicht, so dass amerikanische Techfirmen immer wieder dafür plädieren die Anzahl zu erhöhen. Es sieht aber so aus, dass das unter Trump wohl nicht geschehen wird.

Topp-Produkt: Büroklammernentferner von Swingline

Abbildung [14]: Der Büroklammernentferner von Swingline zerlegt einen Jahresbericht eines Fonds.

Michael Seit einiger Zeit schnetzele ich jedes einzelne papierne Druckerzeugnis sofort nach Erhalt, jage es durch einen Dokumentenscanner, speichere es digital ab und werfe das Papier dann in die Recyclingtonne. So flattern zum Beispiel öfter mal Jahresberichte von Aktienfonds per Post ins Haus, und ich muss die zusammengetackerten Broschüren zunächst von ihren Heftklammern befreien bevor ich sie mit einem Papiermesser in Einzelseiten zerschneide.

Abbildung [15]: Traditioneller Büroklammernzwicker.

Traditionelle Büroklammernentferner wie der Zwicker in Abbildung 15 kosten nicht viel und biegen die Klammern an den offenen Enden auf, bevor man sie von der gegenüberliegenden geschlossenen Seite aus dann durch die Löcher im Papier herausfieseln kann. Nicht bekannt war mir bislang, dass Schreibwarenabteilungen noch weitere Klammernentfernermodelle wie das von Swingline in Abbildung 14 führen.

Abbildung [16]: Das opulente Design des Swingline-Büroklammernentferners.

Das ausladende Design des Bürowerkzeugs erinnert an die "swinging" 50er Jahre, und wenn man den Entferner am handschmeichelnden Griff festhält und die Metallzunge unter die geschlossene Seite der zu lösenden Büroklammer führt, öffnet sich diese an der Rückseite und zuckelt langsam heraus. Man darf dabei nicht zu rabiat vorgehen, sonst zerreißt das Papier, aber wenn man es langsam macht, geht es tatsächlich schneller und effizienter als mit dem traditionellen Zwickermodell.

Augen auf beim Bettenkauf

Abbildung [17]: Unser neues King-Size Bett.

Michael Als wir 1996 in die USA gezogen sind, brachten wir unser Bettgestell samt Matratze im Format 2 x 1.60 Meter aus Deutschland mit. Aus der Erfahrung zahlreicher Hotelübernachtungen wussten wir, dass die in Amerika üblichen Queen-Size-Betten etwas schmäler sind (203cm x 152cm) und die per Aufpreis erhältlichen King-Size-Betten im Vergleich rund 40cm mehr Komfort bieten (203cm x 193cm).

Manchmal stehen in Hotelzimmern auch zwei Einzelbetten, die sind dann oft im sogenannten "Twin"-Format, also 191cm x 99cm, aber die sind normalerweise nur für Einzelpersonen gedacht. In der Größe "Double" (auch "Full Size" genannt) messen Miniatur-Doppelbetten manchmal auch 191cm x 137cm, aber das ist eher selten. Und in Super-Luxus-Hotels bieten Suiten manchmal "California King"-Betten für lange Lulatsche an, die zwar 10cm schmäler als King-Betten sind, aber 10cm länger: 213cm x 183cm.

Für ein Bett mit deutschen Maßen in den USA eine neue Matratze zu kaufen, ist ein Ding der Unmöglichkeit, normale Läden bieten nur Twin, Queen oder King-Matratzen an. Herr und Frau Rockefeller lassen sich Matratzen maßschneidern, aber für Otto Normalverbraucher lohnt sich das nicht, der wirft lieber sein preiswertes deutsches Bett auf den Sperrmüll und kauft sich ein neues amerikanisches mit Standardmaßen samt neuer Matratze. Deutsche Spannbettücher ("fitted sheets") für ein 160cm breites Bett passen übrigens auf eine Queen-Matratze. Umgekehrt passen amerikanische Queen-Spannbettücher aus dehnbarem Material mit etwas Muskelkraft auch auf eine 160cm breite Matratze, aber das nur am Rande.

Amerikaner teilen sich in Ehebetten immer eine große Bettdecke, die die ganze Breite des Bettes abdeckt. Wenn einer der beiden Schläfer die Angewohntheit hat, im Schlaf möglichst viel Deckenmaterial an sich zu raffen, kann das jedoch zu Streitigkeiten führen. Wir bevorzugen deswegen schon seit Urzeiten Einzeldecken in Twin-Größe, dann kann jeder sich an seiner austoben, ohne den anderen zu wecken.

Viele Matratzen hier in den USA, vor allen die mit Sprungfederkernen ("spring mattress"), sind manchmal bis zu 50cm hoch ragen so weit aus dem Bettrahmen heraus, ähnlich wie in den Gemächern des Schlosses Neuschwanstein. Matratzen aus Latex-Material oder sogenanntem Memory-Foam sind nur etwa halb so dick. Letztere "merken" sich beim Einsinken die Konturen des Körpers und sind vor allen Dingen für Leute mit Rückenproblemen hilfreich. Allerdings stinken sie nach der Installation wochenlang mörderisch nach Chemikalien und heizen sich durch die Körpertemperatur gerade im Sommer stark auf, sind also nur in kühleren Klimazonen oder Wohnungen mit Klimaanlage zu empfehlen, sonst liegt man in schwül-heißen Nächten im eigenen Saft.

Abbildung [18]: Ein amerikanischer Lattenrost, genannt "slats". Foto: brownpau

Matratzen liegen unten auf dem Lattenrost ("slats") des Bettes auf, der bei King-Size-Betten oft aus zwei gleich großen Einzelteilen besteht, die nebeneinander im Bettrahmen liegen. Auch beim Lattenrost bietet Amerika einige unerwartete Optionen. Viele Hersteller von Memory-Foam-Matratzen schreiben in ihren Garantieanweisungen vor, dass kein traditioneller Lattenrost mit biegbaren Latten drunterliegen darf, sondern nur ein sogenannter Box-Spring, ein unnachgiebig starres aber luftdurchlässiges Gestell aus dünnem Holz, das keinerlei Polsterung bietet, aber dafür sorgt, dass die Matratze nicht einsinkt und ausleiert.

Wir haben uns schließlich für die Ikea-Matratze "HESSTUN" im König-Ludwig-Format und ein Bett von EQ3 entschieden und sind sehr zufrieden damit. Allerdings ist die Anlieferung einer King-Size-Matratze in einem Mietshaus mit erstaunlichen Schwierigkeiten verbunden. Die beiden Ikea-Fritzen, die die 70kg schwere Matratze im Format 203cm x 193cm x 50cm stöhnend aus ihrem Lastwagen hoben, brachten das Monster nicht in unseren Aufzug hinein. Sie ließen sich nur mit Engelszungen dazu überreden, sie übers Treppenhaus in den zweiten Stock zu schleppen, denn die Matratzenschleppergewerkschaft bei Ikea verbot ihnen angeblich das Vordringen höhere Stockwerke wie zum Beispiel unseren dritten Stock.

Abbildung [19]: Ein Rollwagen hilft beim Schleppen von Matratzen.

Nach einigem hin und her stellte sich dann leider heraus, dass das Riesenteil im Treppenhaus gar nicht um die Ecke passte. Zähneknirschend ließ ich die Kerle die Matratze am Hauseingang abstellen und abfahren. Mit einem Zollstock und geometrischen Formeln bewaffnet fand ich heraus, dass die Matratze sich nach dem Entfernen der Kartonverpackung mittels eines Teppichmessers (die beiden Spezialisten hatten sich mit Verweis auf ihr umfangreiches Schlepperregelwerk geweigert, das zu tun) hyperbelförmig in den Aufzug quetschen ließ. Ich stieg in den Aufzug und zog, Angelika schob von außen, und als die Matratze die Türschwelle überschritten hatte, trat Angelika zurück, und ich drückte blitzschnell den Knopf zum dritten Stock.

Die Türe schloss sich, und der Aufzug setzte sich nach oben in Bewegung. Im dritten Stock angekommen, war es ein Leichtes, die Matratze mit Hilfe eines sogenannten "Möbeldollies", den ich immer parat habe, in die Wohnung zu rollen und im Schlafzimmer abzulegen. Viel einfacher ging es bei der Bettanlieferung einige Wochen später: Der von EQ3 beauftragte Lieferservice konnte zwar auch nicht alles in Aufzug stopfen, aber die zwei Anlieferer schleppten das nicht hineinpassende passende Brett am Kopfende des Bettes behende übers Treppenhaus nach oben und schraubten den Bausatz in unter einer Stunde zusammen. Erfreut gab ich ihnen gleich ein mörderisches Trinkgeld.

Gute Serie: Deutschland 83

Abbildung [20]: Deutschsprachige Serie, die in Amerika besser ankommt als in Deutschland: Deutschland 83.

Michael Dass wir als Deutsche, die in Amerika wohnen, eine deutsche TV-Produktion vorstellen, mag euch absurd vorkommen, doch die 8-teilige Serie "Deutschland 83" aus dem Jahr 2015 ist in Deutschland relativ unbekannt, aber hier in den USA ganz groß rausgekommen.

Die fiktive Story dreht sich um einen DDR-Grenzsoldaten in der Mitte des kalten Krieges um das Jahr 1983, der als Spion die westdeutsche Bundeswehr unterwandert. Während der Spion sehr sympathisch rüberkommt, werden die Handlanger der DDR-Führungsriege mit ihren russischen Hintermännern als böse und hinterhältig dargestellt, was man in Deutschland in links angehauchten Künstlerkreisen ja eher nicht so mag, aber in Amerika halt doch. Die DVD untermalt die deutschsprachige Produktion mit englischen Untertiteln.

Was allerdings total nervt an der Serie ist die in fast jeder Szene wummernde Hintergrundmusik, erzeugt von einem deutschen Hollywoodheini am Heimcomputer. Der programmiert wahrscheinlich sonst Telefonwarteschleifengeklimper und Aufzugsmusik. Da hätte der Produzent sorgfältiger abwägen müssen, und nicht einfach den ganzen belanglosen elektronischen Wabersound als billiges Gesamtpaket kritiklos übernehmen und teppichartig über den ansonsten guten Film legen sollen. Aber Fehler passieren, Schwamm drüber.

Die Schauspieler sind allesamt total unbekannt, spielen aber erstaunlich glaubwürdig, ja fast auf aus Deutschland eigentlich unbekanntem Weltniveau. Nicht zu vergleichen mit den ewig alten Tatortgesichtern, die nicht mal einfache Dialoge hinkriegen, ohne dass ich mich vor lauter Fremdschämen winde. In zwei Jahren hat die Produktionsfirma eine zweite Staffel unter dem Titel "Deutschland 86" geplant, man darf gespannt sein, ob der Held in der Hauptrolle nochmal den totalen Atomkrieg verhindert!

Surfreport vom Hausstrand

Abbildung [21]: Ziemlich gute Wellenlage am Hausstrand in Pacifica.

Michael Ich fröne ungebrochen meiner Surfleidenschaft, und fahre oft zu unserem Hausstrand nach Pacifica runter. Schnell das Surfboard in den Aufzug gepackt, runter zur Garage, raus auf den Freeway 280 und nach 18 Minuten bin ich am sogenannten "Linda Mar"-Strand. Doch lohnen sich die Wellen heute? Das ist oft die Frage, denn wenn der Wind böig Richtung Strand bläst, verwandelt sich der Pazifische Ozean dort in wild herumgurgelnden unsurfbaren weißen Schaum, und dann macht das keinen Spaß.

Eine Firma namens "Surfline" hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, an jedem surfbaren Strand Amerikas Kameras aufzustellen und verwöhnten Surfkätzchen wie mir Videos der aktuellen Wellenlage übers Internet zu schicken. Anhand der recht guten Aufnahmen, die auch zeigen, wieviele Surfer gerade im Wasser sind, lässt sich gut abschätzen, ob sich die Fahrt lohnen wird. Ich habe sogar einen Alarm gesetzt, der mir eine Nachricht aufs Mobiltelefon schickt, falls die Wellen eine voreingestellte Höhe und Mindesgüte überschreiten!

Der Service kostet nichts, falls man nur kurz reinschaut und sich nicht von Werbevideos abschrecken lässt, für einen Premier-Account werden 14.95 Dollar im Monat fällig. Daran kann der geneigte Leser abschätzen, dass die Firma Surfline von Narren betrieben wird, die keine Ahnung vom Geschäft haben, genau wie der deutsche Internet-Schafkopfbetreiber Sauspiel, der auch die Hälfte seiner potentiell machbaren Einnahmen auf dem Tisch liegen lässt. Würde Surfline nämlich 5 Dollar im Monat verlangen, hätten sie einen Haufen mehr Abonnenten, aber die Leute dort arbeiten wahrscheinlich eh nur kurz in den Pausen zwischen einem Dutzend Surf-Sessions pro Tag. Dude, Geld ist mir sowas von egal, ey!

Kalifornien erlaubt das Haschen

Abbildung [22]: Jetzt legal: Haschen Foto: maxcrowe

Michael In dem ganzen Trump-Rummel ist das Ergebnis der mit Spannung erwarteten Abstimmung über die Legalisierung des Haschpfeiferlgebrauchs in Kalifornien völlig untergegangen. Nach zwei fehlgeschlagenen Versuchen in den Jahren 1996 und 2010 stimmten kalifornische Wähler 2016 tatsächlich für den sogenannten "recreational use of marijuana", also das Haschen zum Privatvergnügen. "Medical Marijuana" gibts bei uns ja schon ewig, wer sein THC-haltiges Cannabisprodukt in den offiziell unter staatlicher Aufsicht betriebenen "Dispensories" genannten Läden kaufen wollte, ging bisher einfach zu irgendeinem Doktor, ließ sich wegen "Rückenschmerzen" ein Rezept ausstellen, wurde dann in einer staatlichen Datenbank als Bezugsberechtiger registriert, und konnte dann am Bong ziehen bis sich seine Gehirndecke nach oben wegrollte.

Viele Leute ließen sich auf den Deal ein, und eine ganze Industrie von staatlich lizensierten Vertriebsläden, sowie Doktoren, die sich aufs Rezeptschreiben spezialisierten, schossen wie Pilze aus dem Boden. Wer schon einmal in Los Angeles am Venice Beach den Boardwalk entlanggeschlendert ist, weiß, dass dort relaxte junge Leute in leuchtend grünen Overalls Touristen ansprechen, um sie schnellstens zum "Doktor" zu führen, der seine Praxis praktischerweise gleich an der Strandpromenade hat, und mit gespitztem Bleistift und geöffnetem Rezeptblock gegen eine Gebühr von 30 Dollar die begehrte Erlaubnis gewährt.

Aber auch ohne Rezept war San Francisco immer schon eine Haschmetropole und es ist kein Geheimnis, dass ganze Landstriche wie zum Beispiel Humboldt County etwa zweihundert Kilometer weiter nördlich hauptsächlich vom illegalen Marijuana-Anbau leben. Drogenbesitz wurde seit den 90ern als Kavaliersdelikt gehandelt und nur der illegale kommerzielle Vertrieb überhaupt verfolgt. Per Gesetz war es zwar verboten, doch ein Polizist in San Francisco hätte nie jemanden vom Gehweg weg verhaftet, nur weil der einen Joint paffte, außer natürlich er hegte einen Groll und wollte der betreffenden Person eins auswischen.

Ich will hier keine Firmennamen nennen, aber vor meinem letzten Jobwechsel wurde ich bei mehreren bekannten Silicon-Valley-Niederlassungen vorstellig und füllte deren Job-Applikationen aus, bevor man mich in Job-Interviews grillte. Im Abschnitt "Vorstrafen" wurde ich als Applikant dort aufgefordert, etwaige "Criminal Records" anzugeben, und ich musste doch sehr lachen, als ich dort nicht nur bei einer Firma, sondern gleich bei mehreren las, dass man Verurteilungen im Zusammenhang mit Marijuana explizit auslassen sollte.

Bei der Abstimmung am 9. November zur California Proposition 64 nun befürworteten die Wähler mit 57 zu 43 Prozent die 2015 beim Attorney General von Kalifornien eingereichte Initiative, und damit kann jetzt jeder auch ohne Rückenschmerzen soviel Joints qualmen wie er möchte. Doch was bedeutet das neue Gesetz nun genau in der Praxis, zum Beispiel für deutsche Touristen, die zweifelsfrei scharenweise wie früher nach Amsterdam nun nach San Francisco, dem Mekka des Drogenkonsums, pilgern werden?

Der Text der Proposition sieht vor, dass Konsumenten erst Anfang 2018 in speziellen Läden legal ihre Haschprodukte erwerben können. Eine extra erhobene Verkaufssteuer von 15 Prozent spült dann Geld in die Bundesstaatskassen. Weiter müssen Hanfanbauer pro Unze (28g) geernteter Blüten 9.25 Dollar und 2.75 pro Unze für Blätter und Stängel entrichten. Gerechnet wird mit einem Umsatz von vier Milliarden Dollar bis 2020.

Gerade diskutiert Kalifornien, ob Marijuana-Produzenten auf großen Litfaßsäulen entlang der Freeways ihre Produkte anpreisen dürfen oder ob das Produkt dem bei Tabakwaren üblichen Werbeverbot unterliegt. Die Bundesstaaten Alaska, Washington DC, Washington, Oregon, und Colorado haben die Legalisierung schon hinter sich und werkeln schon eine Weile an den legalen Details. Alaska und Oregon arbeiten noch an der Vertriebsstrategie. In Colorado gibt es bereits entsprechende Läden. Privater Anbau von bis zu sechs Pflanzen ist erlaubt, außer in Washington, da dürfen nur lizensierte kommerzielle Anbauer pflanzen.

Der Privatbesitz von Cannabisprodukten ist Erwachsenen ab 21 gestattet, und zwar bis zu einer Unze pro Person. Verschenken erworbener oder geernteter Produkte (ebenfalls bis zu einer Unze) ist ebenfalls erlaubt. Verkaufen dürfen sie nur offizielle Stellen, privater Verkauf ist strafbar. Verbraucher dürfen Marijuana-Produkte nicht auf der Straße oder in Parks konsumieren, sondern je nach Bundesstaat nur in Privaträumen oder auf dem Balkon, mancherorts darf's niemand anders sehen, wenn's die Leute aufregt.

Da die Rechtslage ziemlich kompliziert ist, so lese ich derzeit in den Nachrichten, könnte sich der Verkaufsstart allerdings noch bis 2019 verzögern. Kalifornische Mühlen mahlen traditionsgemäß langsam.

Grüße aus dem Zentrum des Hippietums:

Angelika und Michael

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Touren: Alaska, Vancouver/Kanada, Tijuana/Mexiko, Tokio/Japan, Las Vegas-1, Las Vegas-2, Kauai/Hawaii, Shelter Cove, Molokai/Hawaii, Joshua Nationalpark, Tahiti, Lassen Nationalpark, Big Island/Hawaii-1, Big Island/Hawaii-2, Death Valley, Vichy Springs, Lanai/Hawaii, Oahu/Hawaii-1, Oahu/Hawaii-2, Zion Nationalpark, Lost Coast
Tips/Tricks: Im Restaurant bezahlen, Telefonieren, Führerschein, Nummernschild, Wohnung mieten, Konto/Schecks/Geldautomaten, Auto mieten, Goodwill, Autounfall, Credit Report, Umziehen, Jobwechsel, Smog Check
Fernsehen: Survivor, The Shield, Curb your Enthusiasm, Hogan's Heroes, Queer Eye for the Straigth Guy, Mythbusters, The Apprentice, The Daily Show, Seinfeld
Silicon Valley: Netscape-1, Netscape-2, Netscape-3, Yahoo!
San Francisco: SoMa, Mission, Japantown, Chinatown, Noe Valley, Bernal Heights
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Letzte Änderung: 30-Apr-2018